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Freitag, 24. Januar 2014

Eine Ahnung von Alltag

alles im flow heisst es neudeutsch so schön. das trifft ganz besonders im rechnungsflut monat januar zu. alles dreht sich wieder um die eigene achse. prioritäten werden, im gute vorsätze rausch, neu gesetzt und manches wird wieder hinten angestellt. wie ich es bereits hier erahnte, stellen sich die weichen langsam wieder auf alltag.


zeit sich auch am eigenen schopf zu packen, der dank der auswahlhilfe und hilfreichem  korrekturschnitt des brandopfers :-) von der lieben ulli, wieder vorzeigbar ist und los zu gehen um für die da zu sein die es im moment brauchen. bei mir ist ein ende ist in sicht, der chemo kalender verkündet von nur noch 2 reisen nach itzehoe und dann ist die erste grosse hürde genommen. das bisschen op und was dann noch kommt werden wir ja wohl auf einer a....backe absitzen :-) also kann emmy den motor wieder befeuern und gucken was für tolle ideen die kleine hirnmaschine ausspuckt .

Dienstag, 14. Januar 2014

Gute und nicht so gute Tage

im moment haben wir eher zweiteres zu fassen. wenn ich morgens in den spiegel sehe stellt sich mir immer häufiger die frage wer dieses wesen da auf der anderen seit des waschbeckens ist. haarlos, wimpernlos, eine pelle, dass man auf manch jugendliche aknehaut neidisch werden möchte. ich erkenne mich nicht mehr und ich kann mich auch nicht mehr recht erinnern wie ich aussehe, was unweigerlich zu der frage führt wer bin ich? haare abgefackelt und du kannst nicht zum friseur gehen um es retten zu lassen. auf dem haupt spriesst seltsamer flaum der nicht zu mir zu gehören scheint. es ist eine art sinnkrise in der ich feststecke.....zu dieser gesellen sich nun auch noch fiese nebenwirkungen wie taube fingerspitzen und taubheitsgefühle in den füssen. der lymphknoten lädierte arm bereitet schwierigkeiten, in dem er seit zu einem hefeteigartigen ding mutiert. nix mehr mit schmückendem beiwerk wie ringen und armbändern,  alles hinterlässt spuren und lässt sich immer schwerer abmontieren. aber es sind nun nur noch 3mal :-), noch nicht mal mehr vier wochen, kein ganzer monat mehr. es ist zu schaffen und es ist fast geschafft!


und das passiert wenn man die pelzigen mitbewohner mal 2 tage alleine lässt um nach frederik und mary zu schauen. sie toben in den betten und liegen dann in morpheus armen. 
in kopenhagen gab es noch jede menge zu entdecken, viel inspiration gab es beim zweiten frühstück mit elly in den tollen markthallen. ihr dürft gespannt bleiben.


und dann wollte ich noch danke sagen. danke, dass ihr immer wieder mitlest, den kram den ich hier so verzapfe, mir mutmails schickt und eure komentare hinterlasst. das hilft und am sonntag haben wir sie geknackt, 10.000er grenze. ganze 10.136 mal wurde dieser blog angeklickt und gelesen. 
macht weiter so ich mache es auch.

Mittwoch, 1. Januar 2014

365 . . .

 . . . tage liegen vor uns. nackt, wie unbeschriebene blätter. fangen wir an sie zu füllen mit unseren geschichten! den start in labskaushausen macht dieses wirklich köstliche kater frühstück.


katerfrühstück
aus getoasteten, mit frischkäse bestrichenen, brotscheiben mit einem glas kreise ausstechen, mit einem scharfen messer ohren modellieren, das gesicht mit schnittlauch/rosmarin und oliven und tomaten herstellen
dazu tomaten büffelmozarella salat mit altem balsamico und viel basilikum und salat aus quinoa mit gedünstetem gemüse und einem fruchtigen dressing mit himbeeressig und zitronenöl

(wichtig bei quinoa, vorm kochen immer gut unter fliessendem wasser spülen, ins heisse wasser geben 10 minuten kochen und dann ausquellen lassen) quinoa lässt sich prima für herzhafte speisen genauso wie für süssspeisen verwenden. z.b. mit madelmilch gekocht und mit zimt und früchten angerichtete als frühstück! probiert es mal aus)

Dienstag, 31. Dezember 2013

Tschüss goldene Zeiten



unter  diesem Motto stand mein 2013.  nun neigt es sich dem ende zu.
zeit für emmy mal einen kurzen moment emotional zu werden und kurz zu resümieren. viele hundehaufen lagen mal wieder auf meinem weg, in machche bin ich voll reingelatscht, den meisten konnte ausweichen. einige waren wirklich golden. ich habe andere länder gesehen, neue freundschaften geschlossen, war auf tollen partys, messen und events und habe immer gut gegessen (bis auf ein hotelfrühstück in dänemark und ein abendessen auf ibiza) ich bin noch nicht an meine grenzen gestossen, habe sie ein wenig erahnen können (buddha das heisst nun nicht, dass du mir noch mehr aufladen musst) nuss und wolke haben sich verkrümelt, ich habe die betriebsanleitung meines körpers und geistes besser verstehen können und ich weiss dass ich bis hierhin alles richtig gemacht habe. mädchenkrebs mit all seinen folgen ist voll doof, bringt einen aber auch nicht um. es ist aber wahnsinnig hilfreich wenn man ein geniales umfeld sein eigen nennen kann. und das darf ich. love love love you!


unterm strich muss ich sagen es war ein gutes jahr. das silvester outfit steht - glückskrapfen sind gebacken und der mitternachts champagner liegt auf eis. mit ganz viel zuversicht werde ich in 2014 hinübergleiten im kreise meiner allerliebsten mit neuem motto


ich hoffe wir lesen uns gesund und munter und ausgeschlafen und neugierig im neuen jahr wieder.



Montag, 30. Dezember 2013

live report

heute zum ersten mal direkt aus dem hamsterrad . einen tag vor toreschluss ist hier jede kammer besetzt und es kommen immer mehr damen und herren. emmy ist heute mal alleine da, die schlange der freiwilligen fahrer und begleiter ist (wie ich es vorausgesehen habe) geschrumpft. einen tag vor ende des jahres sind in der normalen welt alle mit allem möglichen beschäftigt. es muss noch geschafft werden was einem auf der seele drückt. nichts ist aufschiebbar. in meiner welt sieht es da ganz anders aus. der mädchenkrebs hat mich gelehrt geduld zu üben ( fällt mir nicht immer leicht aber es wird). gerade hier in den heiligen hallen dauert es so lange wie es dauert, bis das tagesaktuelle blut untersucht wurde um den chemiecocktail darauf abzustimmen und dann dauert es eben wieder so lange es dauert bis das menü in emmys blutkreislauf integriert ist. und wieder zu hause schläft man eben so lange wie der körper schlafen möchte egal wie gross der berg auf dem schreibtisch ist oder ob sich aktuell noch 2 zu den 3 bereits vorhandenend wollmäusen unter dem sofa gesellen oder der fummel für die letzte nacht des jahres fertig genäht ist oder nicht.


und so sitze ich hier auf meinem stühlchen versuche die gespräche der mitinsassen zu überhören die sich wohl um rehamassnahmen und zu gross gewordene mückenstiche drehen. neben mir der stapel zeitschriften , den ich seit tagen mit mir schleppe in der hoffnung ihn mal durch zu ackern. aber das sollte ich heute, schaffen ich sitze ja noch 3 stunden hier :-) und übe mich in geduld






Donnerstag, 28. November 2013

Was Dir auch keiner sagt

du trocknest aus wie eine rosine. sparsamkeit war leider noch nie meine stärke, ich lebe lieber frei nach karl lagerfeld "man muss das geld zum fenster hinauswerfen damit es zur tür wieder hereinkommt" leider ist es hier im norden a) zu stürmisch und b) meine tür offensichtlich nicht gross genug (dafür aber die fenster ! ) nur in einer angelegenheit bin ich äusserst sparsam ; mein flüssigkeitshaushalt wird peinlichst genau im unteren messbereich gehalten. leider ist das nun nicht mehr so förderlich für alle möglichen dinge die zur zeit in meinem körper vorgehen und so bin ich gezwungen zu trinken. viel zu trinken. das an sich ist noch nicht weiter schlimm, schlimm ist lediglich, dass wir hier von wasser sprechen. ich gehöre nämlich zu den anhängern des glaubens, dass wasser ein lebensbereich für fische ist und nichts was in mein weinglas gehört. also tue ich mich immer noch sehr schwer mit den geforderten mindestens 2 litern pro tag. hiermit habe ich aber ein wässerchen gefunden das geschmaklich annehmbar ist und so schaffe ich zumindest eine flasche am tag.



für die restlichen liter weiche ich bevorzugt auf allerlei tees aus. das klappt auch schon ganz gut, gibt es doch wirklich eine unerschöpfliche auswahl an köstlichen teekompositionen.
das mit dem flüssigkeitshaushalt ist unheimlich wichtig. trinkst du nicht, siehst du schnell aus wie eine vergessene weintraube im finalen schrumpfstadium.  (ich möchte mir gar nicht vorstellen wie es in meinem körperinneren aussieht, wo die ganz medizin direkt durchläuft :-(  )
da ich das als nicht so kleidsam erachte, trinke ich also. hilft natürlich auch gegen den hier bereits beschrieben trockenen mund. und da unsere haut nicht nur von innen durfeuchtet sondern auch von aussen gefettet sein will, und leider unter der chemo der gesamte stoffwechsel in ein heiloses chaos gestürzt wurde, nutze ich diesen trick einer klugen frau die mal meinen lebensweg begleitete. süsses mandelöl. im mandelöl befinden siche eine menge minaralstoffe wie eisen, zink, kupfer, magnesium und mehr, ebenso wichtige b vitamine und biotin. also lauter tolle sachen die lieb zu haut und haar sind.
kaltgepresstes mandelöl (aus biologischem anbau) habe ich schon zu zeiten der haarproblematik
1x wöchentlich, als über nacht wirkende kur, auf kopfhaut und haare einmassiert. nun verbrate ich es kanisterweise. da die haare momentan wegfallen, kommt es direkt auf den kopf und kann dort des nächtens ein fettschutzmäntelchen unter der schlafmütze bilden. beim duschen direkt in die haut massiert oder wahlweise einen grosszügigen schluck zum schaumbad gegeben spart es lästige eincremereien. mandelöl tut nicht nur der haut gut auch der seele. wenn einem nämlich liebe menschen sagen man sehe blendend aus und hätte, für die schwere der erkrankung, eine tolle haut :-) ebenfalls nicht zu verachten : handcreme. viel und immer und überall. denn hände und nagelhaut sind schnell rau wie schmirgelpapier. deshalb ein lager anlegen und wie die eichhörnchen überall verteilen, das erspart panikattacken wenns an den fingern trocken wird und nichts zum schmieren da ist.


Donnerstag, 14. November 2013

Was Dir keiner sagt

ist, wie du mit all den verrückten sachen die dein körper mit dir anstellt besser klarkommst. sie klären dich natürlich darüber auf, dass die schleimhäute durch die chemo medikamente austrocknen aber was das genau bedeutet, kann man dann schön selbst heraus finden. dir läuft z.b. ständig die nase. meine erste überlegung mir eine art tropfenfänger für die nase zu basteln, habe ich aus hygienischen aspekten wieder verworfen und so sind nun immer in griffnähe: taschentücher, der optik halber in diesen tollen tatüta taschen von dawanda. die braucht man auch weil einem ewig die augen tränen. wenn man noch im besitz von wimpern ist, sollte man daher auf nachtuschen der wimperntusche vorbereitet sein. wasserfeste mascara ist ziemlich blöde zu entfernen und man vermeidet ja alles um die letzten wimpern auch noch durch festes rubbeln zu verlieren, mein tip: extreme party mascara von bobbi brown. die lässt sich bedenkenlos auffrischen und ist auch leicht wieder zu entfernen.
aufs äusserste unangenehm: die mundschleimhäute trocknen extrem aus. diese munddürre kann nicht nur fiese entzündungen auf den plan rufen, es gibt einem auch gerne das gefühl als hätte man etwas modernd pelziges im mund, so wie einen toten hamster! viel spülen mit z.b. salbei oder salzwasser und fleissig bürsten (ich liebe ja meine elektrische, sie macht ihren job gut und da sie in der zahnbürsten gewerkschaft ist, hält sie auch die genaue putzzeit ein, leider sind ihre bürstenköpfchen nicht ganz günstig in der anschaffung und so habe ich für die nächsten monate wieder auf handbetrieb umgestellt da kann ich fröhlich jede woche ne neue nehmen). auch ganz wichtig neben übertriebener mundhygiene; was zum lutschen, gegen den geschmack und die trockenheit. mein favorit salbei bonschis. natürlich kommen da bei mir nur die von ricola in frage -- zuckerfrei!
denn den wollen wir dem affen krebs ja nicht auch noch gönnen :-)
also in jeder handtasche, im auto, an der nähmaschine und auch sonst immer in griffnähe diese 3 dinge: