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Montag, 10. Februar 2014

Schicki Micki am Wochenende

kräftig gefeiert wurde am wochenende in hamburg (naja soweit meine konstitution, dass zulässt :-) gemeinsam mit einer hand voll freunden ging es auf den blankeneser süllberg wo der alljährliche hamburger seglerball stattfand und sich die creme de la creme der elbsegler die klinke in die hand drückten. voller spannung hatte ich diesem event entgegengeefiebert . doch dann war ich ehrlich überrumpelt, nur selten habe ich solche hochwertigen kleiderkatastrophen auf einen haufen gesehen , mehrmals musste man mich ermahnen den mund zu schliessen oder sofort woanders hinzuschauen. zum glück , denn so hatten wir eine doppelte menge spass!
nach langem ausschlafen gab es dann einen extra langen spaziergang, den ich heute noch in den schlappen beinchen spüre. also werden diese weiter mit spaziergängen gequält, dass hiesige wetter ist ja zur zeit gnädig mit uns. und morgen kann der körper mal sehen wie er mit der mit der fehlenden chemo umzugehen vermag.  das wird bestimmt ein schreck für ihn. nix mehr mit emmy schlapp machen! hier wird der motor jetzt wieder angefeuert. gestern schon mal mit den köstlichsten fleischpflanzerln ever die ich mit einer portion geraffelteten möhrchen extra saftig getrimmt habe in begleitung eines winterlichen waldorf salats mit rotkohl und grantapfelkernen, mehr power food ist im anmarsch !


Samstag, 18. Januar 2014

Aus schlaflosen Nächten

ich verrate euch mal ein geheimnis: so langsam auf der zielgeraden angelangt, mit immer mehr ätzendem körperkummer und noch mehr durchwachten nächten reicht der chemo kalender nicht immer um bei der stange zu bleiben und so versucht emmy sich mit dem einem oder anderem virtuellen shopping trip selber zu belohnen. dabei schreit sie nicht immer vor glück wenn der weltbeste paketbote einen neuen berg päckchen bringt.


als ich am mittwoch abend das kleine häuflein textiler sünden sichtete, welches sich bei meinem letzten nächtlichen shoppingtrip im virtuellen warenkorb angesammelt hat, fand mein geschultes auge die slimmy lederhose ja schon recht slimmy. laut etikett war sie eigentlich eher eine nummer zu gross und so wollte ich nicht recht glauben, dass das beinkleid nicht in, inzwischen gewohnter manier gleich wieder an mir herunterrutschte. ich ruckelte und zuckelte das gute stück unter fluchen über offenbar zu viiiel dicke schenkel und unter lachanfällen, ob des komischen bildes welches ich da wohl abgeben mochte, immer weiter richtung taille. auf den letzten zentimetern fiel mir der alte trick ein mit dem ich schon als teenager quer über den boden einer umkleidekabine lag und unter anweisung meiner mutter versuchte während des ausatmes den reissverschluß der jeans zu zuziehen. als ich da so ausatmend auf dem boden lag die hose endlich an ort und stelle schon sinnend , dass ich das spiel ja auch wieder rückwärts spielen muss, das reissverschluss schiffchen in der hand , passierte es : die letzten zentimeter, rrrittttsch!


die nagelneue hose direkt neben der naht - gerissen..... für mich als studierte textilfimmeltussi ein eindeutiger fall von fehlerhaftem material! mich wie eine banane wieder ausgepellt aus der zweithaut und nun liegt sie da die wirklich schöne hose. ich bin ein wenig rat- und sprachlos, habe ich doch noch nie bei der anprobe eines kleidungstücks selbiges beschädigt. ich bin gespannt wie sich das problem aus der welt schafft..... bis dahin schmeiss ich mich des nächtens lieber in die unglaublich schöne und warme neue wollhülle die ich über den weihnachtsmann bei der mu bestellt hatte und die seit gestern fertig ist nach einem modell von lala berlin für lana grossa wolle (nur falls es jemand nachstricken möchte :-) )


und versuche ich es erst mal wieder mit backen, kochen und party vorbereitungen für die beste freundin magda, die ist nämlich jetzt auch endlich 35+ und fabelhaft! denn ein geniales neues kochbuch steckte am dienstag im chemo kalender , gerade recht um das kreative karusell in meinem kopf zu nähren und euch hoffentlich bald mit vielen, neuen, köstlichen rezept- und anderen ideen zu überraschen!




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Dienstag, 10. Dezember 2013

Die Büchse der Pandorra . . . .


. . . oder unbedachtes bücken kann auch nach hinten losgehen. (was dir keiner sagt)

wiki schreibt "einige menschen haben die fähigkeit, durch gezieltes spannen des darmschliessmuskels die tonhöhe der abwinde zu modulieren. der bekannteste dieser kunstfurzer, die früher auf jahrmärkten und rummelplätzen auftraten, war der franzose joseph pujol, der unter dem künstlernamen pétomane (von franz. le pet "der furz") auch im pariser moulin rouge in den 1890er jahren auftrat."

nach paris habe ich es leider nicht mehr geschafft und so sah ich mich gezwungen meine neu erworbene fähigkeit im supermarkt meines vertrauens darzubieten. los ging es bei den küchenartikeln wo ich auf der suche nach cupcake förmchen das unterste regal entern wollte, zum glück war ich dort gerade alleine unterwegs. 
als ich dann aber beim weiterschieben meines wagens feststellte, dass das mir eigene renntempo mit welcher ich schob zu einer, nicht zu überhörenden, interessanten tonfolge führte, die sich bei drosselung des tempos lediglich verlangsamte stoppte ich abrupt.
in der erreichten abteilung verharrte eine weile und stellte überlegungen an, die nächsten stunden "still " abzuwarten und mich gegen ladenschluss weiter vorzuwagen. nach ein paar minuten versuchte ich zur ausführung dieses plans wenigstens die zeitschriftenabteilung aufzusuchen um die zeit dort wenigstens blätternd und lesend rum zu bekommen. vergeblich! an ein geräuscharmes vorrücken war nicht mehr zu denken. da ich einiges für den tag zu erledigen hatte musste ich von meiner strategie abweichen und wagte den frontalangriff. ab durch die mitte. ignorierend, dass die dabei entstehenden geräusche aus meinem körper kommen, schritt und schob ich durch den laden und passierte verdutzt schauende und sich nach mir umdrehende wochenendeinkäufer frei nach dem motto: "lächle deinen feinden ins gesicht, dass ärgert sie am meisten" und arbeitete mich so bis zur kasse durch. 

wie ich also lernte, kann man den teil mit dem gezielten spannen als chemo patient getrost überspringen und direkt übergehen zu der sache mit den tonhöhen. 
denn dank der chemo ist im verlauf der therapie irgendwann auch die mukositis (darmschleimhaut), durch eine veränderte bakterien- und pilzbesiedelung schwer in mitleidenschaft gezogen und führt dann ein nicht mehr zu beeinflussendes eigenleben. wohl dem der eine gehörige portion humor besitzt und mit dem sprucherl "wenns arscherl brummt ist's herzerl gsund" über omas sofa aufwachsen durfte.


Dienstag, 19. November 2013

Puppe Emmy

ja, das mit den schaufensterpuppen kam so ziemlich gut hin am gestrigen abend ;-) und freundin magda lag mal wieder goldrichtig mit ihrer vorhersage, dass ich unter garantie wieder den orangenen lippenstift erwische. der schminkurs war mit 12 frauen voll besetzt und unter fachkundiger anleitung einer freundlichen douglasdame i.r. wurde getuscht und gepinselt was die töpfchen hergaben. unter kommentaren wie "da muss man erst krebs kriegen um einen puder von chanel zu bekommen" und "das kenne ich nur aus der werbung"wurden neugierig die randvoll gepackten, mit herrlichen make up produkten gefüllten, überraschungstütchen, ach was schreibe ich, überraschungssäcke ausgepackt.  okay de farbe des concealers (eigentlich zum aufhellen der augenschatten gedacht) eignete sich bestenfalls dazu ein paar gorbatschow flecken auf die hellhäutige glatze zu malen und auch grüner glitzerlidschatten gehört so wenig zu meinen favoriserten make up utensilien wie eben der orangene lippenstift und es kommt noch besser, grellorangefarbenes lipgloss. jetzt dafür neu in meinem badezimmerschräckchen: ein tolles makeup und mascara, eine tolle pflegecreme genauso wie eine super lippenstiftfarbe und noch einige andere highlights. es ist schon erstaunlich was da auf die beine gestellt wird um krebspatientinnen etwas farbe und abwechslung ins leben zu bringen. (was machen die eigentlich mit den männern?) aber vielleicht sollte man den verantwortlichen mal einen dezenten hinweis geben, dass die meisten frauen die eine chemo machen müssen eher zu sehr heller haut neigen, sollen wir doch die sonne meiden und besonders grelle farben zwar sicher den blick von perrücke oder kopftuch lenken aber uns nicht zwingend attraktiver erscheinen lassen. fühlt man sich doch mit perrücke ohnehin schon wie im dauer karneval. 



Freitag, 23. August 2013

Ab nach Hause

nachdem ich gestern dann doch noch hier festgehalten wurde (ich scheine positiv für den unterhaltungsfaktor auf der station zu sein) kann ich nach einer weiteren recht schlaflosen nacht, die erste habe ich lesend im andachtsraum neben unserer station verbracht und dem lieben gott seine stühle mit schokokeksen vollgekrümelt, wir hatten mitunter auch eine recht anregende unterhaltung in deren verlauf mir leider immer noch nicht gewahr wurde weshalb ich das hier alles mit machen soll, nun endlich nach hause.

Dienstag, 20. August 2013